Griechenland > Die Geschichte
3. und 2. Jahrtausend v.Chr.: Epoche der Steinzeit in Griechenland; Einwanderung indogermanischer Stämme der lonier, Äolier und Achaier auf die balkanische Halbinsel, die sich mit den dortigen vorgriechischen Einwohnern vermischen. Aufblühen bedeutender Kulturen; auf Kreta entsteht die minoische Kultur (2600-1150 v Chr.), die die beeindruckenden Palastbauten von Knossos und Phaistos schuf.
16. - 12. Jh. v.Chr.: Auf dem griechischen Festland entwickelt sich die mykenische Kultur, bekannt aus den Ausgrabungen in Mykene, Tiryns und Pylos. Daneben entsteht die kykladische Kultur (Anfang der Bronzezeit - 15. Jh. v.Chr.), die u. a. die berühmten kykladischen Idole hervorgebracht hat.
Um 1200 v.Chr.: Unter dem Druck der Illyrier findet die dorische Wanderung auf die Peloponnes statt; griechische Bevölkerungsgruppen geraten dadurch ihrerseits unter Druck und weichen auf die kleinasiatische Küste sowie die ägäischen Inseln aus.
800-co. 500 v. Chr.: Archaische Epoche; sie wird durch Schwächung der Königsherrschaft und Ubernahme der vorherrschenden Rolle durch die Adligen gekennzeichnet. In diese Periode fällt auch die Einrichtung der Kolonien. Durch die griechische Besiedlung von Unteritalien und Sizilien entsteht das sogenannte Großgriechenland (Magna Graecia). Alle Griechen nehmen an den panhellenischen Spielen teil und haben als religiöses Zentrum das Orakelheiligtum Apollons in Delphi; beides wirkt als einigendes Band. Die wirtschaftliche Krisenzeit des 7. und 6. Jhs. v.Chr. bringt die Tyrannis hervor, d. h., die Einzelherrschaft von Personen, die nicht durch den Königstitel legitimiert sind. In Athen führt die Entwicklung über aufgeklärte Persönlichkeiten wie Solon und Kleisthenes über die Tyrannis schließlich zur Hervorbringung der Demokratie.
500-336 v.Chr.: Klassische Periode; in ihr hat vor allem der Stadtstaat Athen die Hauptrolle inne. Wichtigster Konkurrent ist Sparta. In den Jahren 490 und 480 (Schlachten bei Marathon und Salamis) widersetzen sich die Griechen erfolgreich dem Angriff der Perser. Durch die Perserkriege gewinnt Athen Macht und Anziehungskraft. Der Erfolg Athens beruht hauptsächlich auf der Politik des Themistokles, der auf die Flottenmacht setzt, um die Perser zu besiegen. Die folgenden Jahre sind durch den Glanz der klassischen Kultur charakterisiert; es setzt ein fieberhaftes Schaffen großer Künstler ein. In Athen werden großartige Werke geschaffen, von denen die berühmtesten die Bauten auf der Athener Akropolis sind. Die Demokratie nimmt ihre vollendetste Gestalt an. Der Widerstand Spartas und seiner Bundesgenossen führt schließlich zum peloponnesischen Krieg (431. 404 v.Chr.), dessen Ausgang die Niederlage Athens bedeutet. Sparta kann seinerseits die Vormachtstellung nur wenige Jahre lang behaupten. 371 wird Sparta im Kampf bei Leuktra besiegt, woraufhin Theben für ein Jahrzehnt zur Führungsmacht wird. Die folgenden Jahre stehen unter dem Zeichen zerstörerischer Kriege, die es den Griechen des Nordens erleichtern, ins Rampenlicht der politischen Bühne zu treten. So beginnt Philipp II. von Makedonien, seine Herrschaft auszudehnen, um schließlich im Jahre 338 v.Chr. in der Schlacht bei Chaironeia über die Athener und ihre Verbündeten zu triumphieren. Im Anschluss daran bereitet Philipp einen Kriegszug gegen die Perser vor, er wird jedoch ermordet, und so ist es sein Sohn Alexander der Große, der ein ungeheures Reich errichtet, das sich bis tief noch Asien hinein erstreckt.
336 - 146 v.Chr.: Die sogenannte hellenistische Epoche, innerhalb derer die Wissenschaften und die Künste sich hoch entwickeln. Die Städte Alexandria und Pergamon werden zu bedeutenden kulturellen Zentren.
323 v.Chr.: Nach dem Tod Alexander des Großen wird das Reich unter seinen Nachfolgern aufgeteilt. Die Teilgebiete werden zu Königreichen, unter denen nicht immer beste Beziehungen herrschen.
146 v.Chr. bis 330 n.Chr.: Römische Zeit: Die Römer, die den Mittelmeerraum in den folgenden Jahrhunderten beherrschen sollten, unterwerfen Griechenland; Zerstörung Korinths. Während der römischen Zeit wird Griechenland oft von den Kaisern geehrt, so z.B. durch das hadrianische Bauprogramm in Athen. Zur selben Zeit entsteht eine große literarische Bewegung, die sich die klassische Literatur des 5. Jhs. v. Chr. zum Vorbild nimmt.
(Quelle: "Griechen in Leipzig: Damals - Heute", Europa-Haus Leipzig e.V., Leipzig 1999)
Index